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Luc Perrin gestorben.

Besitzer und Kellermeister der Domain Roger Perrin Chateauneuf du Pape ist gestern im Alter von nur 45 Jahren gestorben.

R.I.P

Quellen: http://www.rhonewines.net/?p=46 und http://www.chateauneuf.com/asp_app/news.asp?identifiant=370

Blindverkostung Côtes du Rhone Weiß etc.

Es ging eigentlich darum 2 noch nicht probierte, erschwingliche weiße Rhoneweine zu testen, ob sie einen Kaufreflex auslösen. Als Referenz sollte ein schon für „sehr gut“ befundener Côtes du Rhone (vor Ort im Urlaub ausgiebig probiert und eingekauft) und sein großer Bruder aus Chateauneuf du Pape dienen.
Auf die Idee die Probe blind zu machen, kamen wir, weil wir den mehr als doppelt so teuren Chateauneuf du Pape im Rennen hatten. Das muß man doch rausschmecken.
Als dann letzte Woche feststand, wir machen es blind, kam noch ein Pirat hinzu. Ein erschwinglicher weißer Bordeaux gerade geliefert aus der Restpostenliste eines bekannten Bremer Weinversenders… Auch der sollte rauszuschmecken sein.

Korken

Die Korken zu der Blindprobe

Die Weine:
Côtes du Rhone blanc 2009, Domaine de la Janasse; Bezugsquelle: www.die-vinothek.de
Côtes du Ventoux blanc 2009, Domaine Cristia; Bezugsquelle: www.die-vinothek.de

Côtes du Rhone blanc 2009, Domaine Durieu; kein Importeur in Deutschland
Chateauneuf du Pape blanc 2009, Domaine Durieu; kein Importeur in Deutschland

Bordeaux blanc 2009, Chateau Reynon; Bezugsquelle: www.gute-weine.de

Alle Flaschen waren auf moderate 12°C runtergekühlt, wurden direkt vor der Probe geöffnet und in die neutralen Flaschen umgefüllt. Hatten also nur kurzen Luftkontakt, was sich als zu wenig erwies.

Die neutralen Flaschen

Die Weinenacheinander probiert:
Wein 1:  N: Fruchtig, Zitrone, etwas Wachs  M: Voll, deutlich als „Rhone“ zu erkennen, etwas alkoholisch
Wein 2: N: Wachs, typisch Rhone, weniger Frucht M: Typisch Rhone aber reichlich Säure
Wein 3: N: Recht verhalten, aber auch Rhone M: Rund, auch Rhone, mitte etwas flach, auch Säure
Wein 4: N: Verhalten, etwas holziges, evtl. der Bdx?? schön M: Rund, auch etwas Holz und Frucht
Wein 5: N: Sehr intensive Frucht, das muß der Bdx sein und nicht Nr. 4 ! Pfirsich, Aprikose, Mandarine aber auch eine Petrolnote M: Auch sehr fruchtig, Pfirsich, rund und lang.

Mein Tipp für den weißen Chateauneuf war Wein Nr. 1, keiner der  Weine zeigt aber wirklich einen qualitativen Vorsprung, der den Preisunterschied rechtfertigt.
Der Pirat war klar Wein Nummer 5.

Auflösung:
Den Chateauneuf  haben wir nicht erkannt. Erschreckend!
Wein 1:Durieu Cotes du Rhone, also den CdR für den Ch9 gehalten 🙂
Wein 2:Cristia Cotes duVentoux, nicht unser Liebling, da wir persönlich nicht soviel Säure mögen
Wein 3:Durieu Chateauneuf, zeigt seinen Preis wirklich nicht 🙁
Wein 4:Janasse Cotes du Rhone, toller Wein, hat der wirklich etwas Holz gehabt? Ist noch zu klären.  
Wein 5:Reynon Bordeaux blanc, war klar zu erkennen, sehr interessante Aromatik, als 2006 schon recht reif.

Erstes Fazit:
Die beiden Urlaubsmitbringsel von Durieu waren etwas enttäuschend. Trifft hier die vermeindliche Weißheit zu  „Vor Ort im Urlaub schmeckt der Wein oft besser“ ???
Janasse Cotes du Rhone ist sehr schön. Und der weiße Bdx. war kein Fehlkauf!

Offen dann die Weine kritisch über den Abend weiterprobiert…
Nach 2 bis 3 Stunden mit mehr Luftkontakt in der Flasche, entwickelten sich alle Rhoneweine noch sehr positiv.
Auch derCotes du Rhone Durieu zeigte später das, was er im Urlaub versprochen hatte. Für 6 Euro ein sehrguter Kauf. Der Ch9 wurde auch deutlich besser, aber die 21 Euro konnte nicht beweisen.

Abschließendes Fazit/ Rangliste:
Belüftung tut den Weinen sehr gut! Selbst höhere Temperaturen der Weine bis ca. 16°C waren kein Problem.
Platz 1: Janasse
geteilter Platz 2: Durieu CdR und Ch9
Letzer Platz: Cristia, auch bei Aromatischer Entwicklung verschwindet die Säure natülich nicht.
Außer Konkurenz: Der weiße Bordeaux, kein Fehlkauf für 6 Euro (runtergesetzt von 11€), war sicher vor einem Jahr besser.

Hermitage Marquise de la Tourette 1997 + 1999 von Delas

Wir feiern meinen 40. vor!!
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, sagt man. Doch die Gäste auf einem runden Geburtstag sollten solche edlen tropfen schon zu würdigen wissen bzw. sollte man genug davon da haben. Beides ist hier im Urlaub leider nicht der Fall.

So genießen wir heute einen Tag vor dem „Großen Ansturm“ diese beiden prachtvolen Vertreter des Syrah.
Am Geburtstags gibts Partywein, aber dazu dann mehr!

Marquise de la Tourette 97+99

Marquise de la Tourette 97+99

Beiden Jahrgängen sieht man an der Farbe schon ihre beginnende Reife an. Aufgehellter Rand mit orangen Reflexen. Aber im Kern noch tiefrot bis fast schwarz.
1999: Insensive, verführerischde Nase nach Zedernholz, Pflaume  und einer gewissen Reife. Man möchte die Nase gar nicht aus dem Glas nehmen!
Im Mund setzen sich diese Aromen fort. Der Körper ist dicht aber elegant, es sind noch einige gut integrierte aber doch noch präsente Tannine vorhanden, gute Säure, weniger Frucht.
1997: Wow, noch intensivere Nase wie der 99er. Hammer!! Im Mund noch weicher und fruchtiger. Der Wein ist jetzt auf dem Punkt! Tannine fast vollständig abgeschmolzen, weniger Säure aber bessere fruchtige Länge!

Mir gefällt der 97er besser. 92 Punkte
Der 1999 hat noch ein längeres Leben vor sich. 91+ Punkte

Chateau Ciceron 2000 AOC Corbières

Eine positive Überaschung zu Beginn des Urlaubs!
Bei der Zusammenstellung der Weine für den Ferienhaus-Urlaub bzw. bei der suche nach einer bestimmten Großflasche habe ich diesen kleinen „alten“ Corbieres wiedergefunden.

Chateau Ciceron 2000 AOC Corbieres

Chateau Ciceron 2000 AOC Corbieres

Damals 2003 vor Ort auf Chateau Saint Auriol bei Lagrasse probiert und für etwa 5 Euro gekauft. 2 Flaschen hatten sich noch in meinem Keller versteckt.

Ich war sehr skeptisch in Anbetracht des Alters für diesen günstigen Wein.

Aber nein, Farbe noch sehr intensiv nur etwas aufgehellt und orange am Rand.
Sehr animierende und intensive Nase nach dunklen Beeren und Kirsche. Im Mund setzt sich die tolle Frucht fort begleitet von einer angenehmen würzigen Reifenote. Tannine komplett abgeschmolzen, wirklich schön weich und fast samtig.
Beim nächsten Besuch im Laguedoc auf jeden Fall wieder einen Test wert. Domaines Auriol, wozu Ch. Ciceron gehört hat sich mittlerweile zu einem recht großen „Unternehmen“ mit Dutzenden Weinen und Chateaus entwickelt.
Damals auch bemerkenwert war der weiße Dom. Saint Auriol (2002:  1 Hektar) vornehmlich aus Marsanne und Rousanne.

http://www.saint-auriol.com

Château Gruaud Larose 2002, Saint Julien, 2ème cru classé

Freitag, Mittagspause und zufällig in der Innenstadt von Bielefeld. Mal wieder Zeit um in den Weinkeller bei Karstadt  hinab zu steigen. Manchmal findet man dort ein Schnäppchen. Ich schiele dort schon lange auf den 2002er Pichon Baron, aber er wird und wird nicht günstiger 🙁 Aber diesmal sticht mir ein anderer 2002er in die Augen: Gruaud Larose und das zum Preis eines Cru Burgeois… Etwas skeptisch verlasse ich aber ohne Kauf den Laden. Später daheim nach Mailaustausch mit Weinfreund Torsten und einiger Recherche in Weinliteratur und Internet stand fest, zumindest eine Probeflasche muß her! Wine Spectator mit guten 89 Punkten (best after 2008), sehr gute 18 Punkte bei Gabriel(2012-2035), etwas mehr Skepsis mit 88-90 Punkten bei Parker (2007-2018), auf jeden Fall aber eine Probe wert.
Früher Abend auf dem Weg zur Möpi Probe dann noch zugeschalgen und eine Flasche aus der noch fast vollständig bestückten 12er OHK gekauft und tatsächlich, die Kasse zeigte 19,90€ !
Die Möpi Probe „Quer durch den Garten“ brachte nicht viele Highlights bzw. Kaufreflexe. So mußte das Zweite Gewächs noch am gleichen Abend seinen Korken lassen:

Sehr schöne und intensive Nase von reifen Beeren und Pflaumen begleitet von einer schönen gut integrierten Barriquenote, dazu aber auch ein Hauch von Möbelpolitur. Dieser Wein hat zwar nur einen mittleren Körper ab er  hat trotzdem eine unheimliche Länge. Locker über eine Minute! Also da merkt man dann doch sofort die Überlegenheit zu einem bürgerlichem Gewächs. Er ist die 20 € auf jedem Fall wert.

Gruaud Larose 2002

Gruaud Larose 2002

Am zweiten Tag (einfach  bei ca. 18 Grad in der Flasche aufbewahrt…) war der Wein dann voll auf der Höhe. Die Nase sauber jetzt ohne den Politur-Ton.  Auch im Mund immer noch sehr fruchtig, präsente weiche Tannine und passende Säure.  Die Länge immer noch außerordenlich!
Heute am 3. Tag zeigt er so langsam verschwindet die Fruchtigkeit und wird durch reife Würze abgelöst. Auch im Mund. Dazu jetzt die Säure deutlicher aber immer noch eine enorme Länge. 
Fazit: Wir sehen uns morgen bei Karstadt beim Aufkaufen der Restbestände. Für nen 20er wirklich ein Schnäppchen!!