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Château Gruaud Larose 2002, Saint Julien, 2ème cru classé

Freitag, Mittagspause und zufällig in der Innenstadt von Bielefeld. Mal wieder Zeit um in den Weinkeller bei Karstadt  hinab zu steigen. Manchmal findet man dort ein Schnäppchen. Ich schiele dort schon lange auf den 2002er Pichon Baron, aber er wird und wird nicht günstiger :-( Aber diesmal sticht mir ein anderer 2002er in die Augen: Gruaud Larose und das zum Preis eines Cru Burgeois… Etwas skeptisch verlasse ich aber ohne Kauf den Laden. Später daheim nach Mailaustausch mit Weinfreund Torsten und einiger Recherche in Weinliteratur und Internet stand fest, zumindest eine Probeflasche muß her! Wine Spectator mit guten 89 Punkten (best after 2008), sehr gute 18 Punkte bei Gabriel(2012-2035), etwas mehr Skepsis mit 88-90 Punkten bei Parker (2007-2018), auf jeden Fall aber eine Probe wert.
Früher Abend auf dem Weg zur Möpi Probe dann noch zugeschalgen und eine Flasche aus der noch fast vollständig bestückten 12er OHK gekauft und tatsächlich, die Kasse zeigte 19,90€ !
Die Möpi Probe “Quer durch den Garten” brachte nicht viele Highlights bzw. Kaufreflexe. So mußte das Zweite Gewächs noch am gleichen Abend seinen Korken lassen:

Sehr schöne und intensive Nase von reifen Beeren und Pflaumen begleitet von einer schönen gut integrierten Barriquenote, dazu aber auch ein Hauch von Möbelpolitur. Dieser Wein hat zwar nur einen mittleren Körper ab er  hat trotzdem eine unheimliche Länge. Locker über eine Minute! Also da merkt man dann doch sofort die Überlegenheit zu einem bürgerlichem Gewächs. Er ist die 20 € auf jedem Fall wert.

Gruaud Larose 2002

Gruaud Larose 2002

Am zweiten Tag (einfach  bei ca. 18 Grad in der Flasche aufbewahrt…) war der Wein dann voll auf der Höhe. Die Nase sauber jetzt ohne den Politur-Ton.  Auch im Mund immer noch sehr fruchtig, präsente weiche Tannine und passende Säure.  Die Länge immer noch außerordenlich!
Heute am 3. Tag zeigt er so langsam verschwindet die Fruchtigkeit und wird durch reife Würze abgelöst. Auch im Mund. Dazu jetzt die Säure deutlicher aber immer noch eine enorme Länge. 
Fazit: Wir sehen uns morgen bei Karstadt beim Aufkaufen der Restbestände. Für nen 20er wirklich ein Schnäppchen!!

Hachette 2010 erschienen!

Dieses Jahr gab es zum 25. Jubiläum des Weinführers einen Gestaltungswettbewerb für das Buchcover. 400 Designvorschläge wurden eingereicht und 10.000 Leser haben online abgestimmt.
Hier findet man nun die Top 5:

Bis auf das neue Cover hat sich nicht viel getan an Aufmachung und Inhalt. So fühlt man sich gleich wieder zu Hause im Buch und kann wie gewohnt nach Regionen/ Appelationen sortiert die Weine finden. 
Bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann doch eine Novum. Es wurde ein neues Symbol hinzugefügt. Ein Weißes B im grünen Kreis. Das sogennannte “picto BIO”,  ein Zeichen für Bio-zertifizierten Wein.

Und hier nun die “coups de coeur” Weine 2010 aus Chateauneuf du Pape:

Maison Benedetti 2008 blanc ♥ 3 Sterne
Domiane Chante Cigale 2008 blanc ♥ 2 Sterne

Domaine de Cristia 2007 rouge  3 Sterne
Chateau La Nerthe 2007 rouge 2  Sterne

 

Leider gibt es das Buch seit 2004 nicht mehr in deutsch. Man kann es sich aber z.B. direkt bei amazon.fr bestellen und zusenden lassen.

Neue Korkvariante?

Jedenfalls für mich ist dieser Korken neu.
korken2
Nach dem Abschneiden der Kapsel sah man es sofort. Da ist eine glänzende Schicht auf dem Korken. Erster Verdacht der Korken ist undicht. Der gute Rebensaft ist ausgetreten. Aber nein, er ist nicht feucht. Es ist wie ein Siegel. Aber kein Wachs, sondern weiches Gummi, aber es schimmert eindeutig echter Kork durch.
Das Öffnen der Flasche mit gewöhnlichen Pulltap’s Korkenzieher ging ungewöhnlich schwer. Kann Zufall sein, ist ja meine erste Flasche dieser Art. Aber auch auf der Unterseite des Korkens ist diese  millimeterdicke Gummischicht. Ansonsten echter Kork mit der Aufschrift “cleancork”. Das wird wohl die Herstellerbezeichnung sein. Scheint also industriell gefertigt zu sein, obwohl die unebene und nicht wirklich gleich dicke Gummischicht wie von Hand aufgetragen wirkt. Hält man die Nase an das Gummi nimmt man den typischen chemischen und leicht stechenden Gummigeruch wahr, wie man ihn auch von Vollplastikkorken kennt…
Sinn und Zweck dieser Schicht? Schutz des Weines gegenüber dem echten Kork wegen der TCA Gefahr? Eine Dichtheit, die einem vollem Naturkork näher kommt?

korken1
Ich bin auf eure Meinung gepannt und freue mich auf Kommentare.

Ach ja, der Wein war ein Roussanne 2006 VdT 13% Vol.
 von Cecile Chatain + Sebastien Wiedmann, Tain L’Hermitage
Er hat schon eine deutliche gelb goldene Farbe aber noch keine Reifenoten.